Drupal CMS auf Deutsch – wie unsere Lösung funktioniert¶
Eine Erklärung für alle, die keine Programmierer sind.
Ein Dankeschön vorab¶
Ich danke Gábor Hojtsy für seine Arbeit an Default Content Locale. Ohne ihn wäre dieses Projekt nicht möglich gewesen.
Default Content Locale ist ein kleines Drupal-Modul mit einer großen Idee: Wenn eine Website mit fertigen Beispielinhalten installiert wird – Texten, Menüs, Bildbeschreibungen –, dann sollen diese Inhalte gleich in der Sprache der Website ankommen und nicht auf Englisch. Das Modul holt sich dafür die Übersetzungen, die die Drupal-Community auf localize.drupal.org gesammelt hat, und setzt sie beim Anlegen der Inhalte ein. Gábor hat damit die Brücke gebaut zwischen zwei Welten, die vorher nichts voneinander wussten: den Beispielinhalten der Vorlagen und der Übersetzungsarbeit der Community.
Unser Modul Default Content Locale Extended steht auf seinen Schultern. Es ist eine Weiterentwicklung (ein „Fork“) seines Moduls, zugeschnitten auf die Site-Templates von Drupal CMS.
Für deutsche Installationen gibt es daneben ein zweites, eigenständiges Projekt: den Drupal CMS German Installer. Er übersetzt die Installation selbst und korrigiert Fehler in anderen Projekten. Wer was macht, steht unter Synchronfassung und Kino. Diese Seite handelt vom Modul.
Was macht Default Content Locale Extended?¶
Drupal CMS bietet bei der Installation fertige Vorlagen („Site Templates“) an, zum Beispiel für:
- gemeinnützige Organisationen: Haven und CareSphere,
- Portfolios: Forma (warm und erdig) und Everbright (Schwarz-Weiß),
- ein SaaS-Produkt: Byte,
- Behörden und Gemeinden: Convivial Gov und Gemeindeverwaltung (Local Council),
- Schulen und Hochschulen: Archimedes und Provus Edu,
- Gesundheit: Healthcare für Arztpraxen und Kliniken, Pulse als Gesundheits- und Wellness-Plattform,
- Veranstaltungen: Summit für Konferenzen mit eingereichten Sessions und Convene,
- dazu Starter und Blank als schlichte Ausgangspunkte und Mercury Demo, das die Komponenten des Mercury-Themes vorführt.
Jede Vorlage bringt Seiten, Artikel, Menüs, Formulare, Bilder und Einstellungen mit – eine komplette Beispiel-Website.
Das Problem: All diese Inhalte sind auf Englisch. Wer Drupal CMS auf Deutsch installiert, bekam bisher eine deutsche Verwaltungsoberfläche – aber eine Website, deren Startseite, Menüs, Artikel und Formulare englisch waren.
Default Content Locale Extended sorgt dafür, dass nach einer deutschen Installation die ganze Vorlage deutsch ist:
- die Seiten und Artikel der Vorlage,
- Menüs, Überschriften, Buttons und Bildbeschreibungen (wichtig für Screenreader),
- die mit dem Seitenbaukasten Canvas gebauten Seiten samt Kopf- und Fußbereich,
- Kontakt- und Newsletter-Formulare,
- Beschriftungen in der Verwaltung (Felder, Inhaltstypen, Ansichten),
- Texte, die das Design (das „Theme“) selbst mitbringt,
- und sogar die Adressen der Seiten (aus
/housingwird/wohnen) – ohne dass alte Links kaputtgehen.
Einige wenige Texte schreiben Themes so fest in ihren Code, dass keine Übersetzungsdatei sie erreicht. Die korrigiert für deutsche Installationen der German Installer.
Für alle 16 kostenlosen Vorlagen oben gibt es inzwischen vollständige deutsche Übersetzungen, insgesamt mehrere tausend Texte. Auch der Nuxt Starter (Lupus Decoupled Starter) ist übersetzt; er lässt sich unter Drupal CMS 2.2 derzeit aber nur mit den Korrekturen aus den Fehlerberichten #13, #40 und #03 installieren. Auch Dashi ist übersetzt: Die Vorlage liefert ihre Inhalte auf Englisch und Spanisch, Deutsch kommt als Originalsprache dazu, Englisch und Spanisch bleiben erhalten. Vier Texte des Themes bleiben englisch (#43). Nicht dabei ist nur die kostenpflichtige Vorlage Meridian Charter School; die sechs seit Oktober 2026 neuen Vorlagen sind ebenfalls übersetzt. Nach jeder Installation prüft ein Werkzeug automatisch, ob noch etwas Englisches übrig ist.
Warum brauchen wir das überhaupt?¶
Weil die Menschen es erwarten. Im deutschsprachigen Raum ist diese Erwartung besonders ausgeprägt, und sie ist nicht erst mit dem Internet entstanden. Sie ist über Jahrzehnte gewachsen: im Kino, vor dem Fernseher und später am Computer. Wer verstehen will, warum eine halb englische Website hierzulande so befremdlich wirkt, fängt deshalb am besten dort an, wo diese Gewohnheit ihren Anfang nahm – bei der Synchronisation von Filmen.
Deutschland ist ein Land, das sich seine Welt übersetzen lässt¶
Wer in Deutschland einen Film mit Leonardo DiCaprio sieht, hört ihn auf Deutsch – seit „Titanic“ 1997 mit der Stimme von Gerrit Schmidt-Foß. Das ist hierzulande so selbstverständlich, dass es kaum jemandem auffällt. Und doch ist es eine Besonderheit: In den Niederlanden, in Dänemark, Schweden oder Norwegen laufen Filme meist im Original mit Untertiteln, in Polen wird zum Teil nur über den Originalton gesprochen. Der Journalist Matthias Schwarzer nennt Deutschland in seinem Video über die Synchronkultur deshalb „Synchronisationsweltmeister“.
Ein großer Markt. Rund 100 Millionen Menschen sprechen in Deutschland, Österreich und der Schweiz Deutsch. Für einen so großen Sprachraum lohnt sich eine aufwendige Synchronisation; kleinere Länder bekamen lange nur Untertitel, weil sich mehr nicht rechnete (Video, ab 8:04).
Eine lange Geschichte. Als um 1930 der Tonfilm aufkam, mussten ausländische Filme plötzlich „sprechen“. Ausprobiert wurde vieles: Untertitel, Fassungen, in denen dieselben Schauspieler ihre Rollen in mehreren Sprachen spielten, komplette Neudrehs – und die Synchronisation. Untertitel kamen beim deutschen Publikum schon damals schlecht an, die ersten Synchronfassungen klangen allerdings noch hölzern. Einen Schub bekam die Synchronisation im Nationalsozialismus, der sie für Propaganda nutzte. Das Video zitiert dazu den Kölner Filmwissenschaftler Joseph Garncarz, der gegenüber dem Deutschlandfunk auf eine Studie von 1950 verwies: Von 60 untersuchten Ländern akzeptierten nur drei ausschließlich Synchronfassungen – Deutschland, Italien und Spanien. Die Synchronisation sei deshalb nicht faschistisch, betont Garncarz; Länder, die ihre eigene Sprache und Kultur besonders hochhalten, wollen Fremdes eben in der eigenen Sprache hören (Video, ab 8:59).
Richtig aufgeblüht ist die Synchronisation nach dem Zweiten Weltkrieg: Die Alliierten ließen Filme aus den USA, Großbritannien, Frankreich und der Sowjetunion ins Deutsche übertragen, um ihre Werte zu vermitteln. Das Publikum nahm Synchronfassungen am besten an, und bis 1950 hatten sie sich flächendeckend durchgesetzt (Video, ab 12:22). Bis in die frühen 1960er-Jahre hatten die Sprecherinnen und Sprecher viel Zeit, sich auf ihre Rollen vorzubereiten. So entstand ein Qualitätsanspruch, der bis heute wirkt. Das Goethe-Institut nannte Deutschland deshalb eine „Synchronnation“.
Ein hoher Anspruch. Heute schreiben Autorinnen und Autoren die Dialoge so um, dass sie zu den Lippenbewegungen passen, und für einen Spielfilm von 90 Minuten stehen mindestens fünf bis sechs Tage im Studio an. Schmidt-Foß nennt die Synchronisation im Interview den „barrierefreien Zugang zu Filmkunst“: Untertitel geben nur etwa 60 Prozent des gesprochenen Wortes wieder, und Ironie oder Zwischentöne gehen dabei verloren.
Die Folgen sind bis heute spürbar: Viele deutsche Synchronstimmen sind bekannter als die Gesichter der Schauspieler, denen sie ihre Stimme leihen. Und was im Kino begann, hat sich fortgesetzt: Serien, Computerspiele, Betriebssysteme und Apps kommen hier ganz selbstverständlich auf Deutsch. Generationen sind damit aufgewachsen. Für sie ist eine übersetzte Oberfläche keine besondere Leistung, sondern der Normalfall – und alles andere fällt auf.
Die Zahlen bestätigen das: In einer großen EU-Umfrage (Eurobarometer 2006) sagten nur 19 % der Deutschen, dass sie Untertitel der Synchronisation vorziehen – in Schweden, Finnland, Dänemark oder den Niederlanden waren es über 90 %. Deutschland gehört damit klar zu den „Synchronisationsländern“.
Vom Kinosaal auf den Bildschirm¶
Diese Gewohnheit bleibt nicht an der Kinokasse zurück. Die Menschen bringen sie mit, wenn sie eine Website besuchen oder eine Software installieren. Und wie stark sie Entscheidungen prägt, lässt sich messen – nicht nur hierzulande. Eine weltweite Studie von CSA Research („Can't Read, Won't Buy“, 2020, 8.709 Befragte in 29 Ländern) fand heraus:
- 76 % der Menschen kaufen lieber, wenn die Informationen in ihrer eigenen Sprache sind,
- 40 % kaufen nie auf Websites in einer anderen Sprache.
Für eine deutsche Stadtverwaltung, eine Arztpraxis, eine Schule oder einen Verein heißt das: Eine Website, deren Menü „About us“ und deren Button „Submit“ heißt, wirkt wie ein synchronisierter Film, der mitten in der Szene in den Originalton springt – unfertig, im besten Fall. Im schlechtesten Fall schließt sie Menschen aus, die kein Englisch sprechen, und verletzt Anforderungen an Barrierefreiheit, denn auch Screenreader lesen dann englische Bildbeschreibungen vor.
Der erste Eindruck zählt¶
Drupal CMS will Menschen den Einstieg in Drupal leicht machen – auch Menschen ohne technischen Hintergrund. Die Vorlagen sind ihr erster Eindruck. Wer auf Deutsch installiert und eine halb englische Website bekommt, denkt nicht „die Übersetzung fehlt noch“, sondern: „Warum ist hier denn noch alles Englisch? Ich habe die Software doch auf Deutsch installiert. Das kann ja kein gutes Content-Management-System sein!“ Genau diesen ersten Eindruck wollen wir vermeiden und es stattdessen richtig machen: Wer Deutsch wählt, bekommt Deutsch.
Wie macht Default Content Locale Extended das eigentlich?¶
Stellen Sie sich die Installation einer Vorlage wie die Premiere eines ausländischen Films vor. Damit das deutsche Publikum ihn auf Deutsch sieht, braucht es ein Drehbuch mit den Übersetzungen, ein Synchronstudio, das die Stimmen einsetzt – und zwar rechtzeitig –, und jemanden, der vor der Premiere prüft, ob alles stimmt. Genau so ist das Modul aufgebaut.
1. Die Übersetzungen (das „Drehbuch“)¶
Für jede Vorlage gibt es eine Übersetzungsdatei (translations/<vorlage>.de.po)
– eine Liste, in der zu jedem englischen Text die deutsche Übersetzung steht.
Diese Dateien haben wir für jede Vorlage erstellt, Satz für Satz, in der
höflichen „Sie“-Form.
Es gibt noch eine zweite, kleinere Liste pro Vorlage
(translations/content-only/<vorlage>.de.po). Sie enthält Texte, die man
nicht über das allgemeine Übersetzungssystem von Drupal laufen lassen
darf – dazu gleich mehr bei den „versiegelten Filmrollen“.
2. Der richtige Zeitpunkt (der Beginn der Vorstellung)¶
Das Modul muss aktiv sein, bevor die Vorlage ihre Inhalte anlegt – ein Synchronstudio, das erst nach der Premiere kommt, nützt niemandem. Dafür gibt es zwei Wege:
drush dcle:site-templatesergänzt den Drupal-CMS-Installer um Varianten wie „Haven (localized)“, die zuerst das Modul und dann die Vorlage installieren. Das funktioniert in jeder Sprache.- Der Drupal CMS German Installer erledigt das bei deutschen Installationen selbst, zusammen mit seinen übrigen Aufgaben (siehe Synchronfassung und Kino).
3. Das Modul (das „Synchronstudio“)¶
Während die Vorlage ihre Inhalte anlegt, schaut unser Modul bei jedem einzelnen Inhalt kurz vorbei – bevor er gespeichert wird:
- Texte ersetzen statt verdoppeln: Das Original-Modul legte neben dem englischen Inhalt eine deutsche Übersetzung an. Auf einer rein deutschen Website blieb dann eine „Geisterversion“ auf Englisch zurück, und Inhalte tauchten doppelt auf. Unser Modul ersetzt die englischen Texte stattdessen direkt – jeden Inhalt gibt es nur einmal, auf Deutsch.
- Auch Felder, die „nicht übersetzbar“ sind: Manche Vorlagen markieren ihre Textfelder als nicht übersetzbar. Weil wir ersetzen statt eine zweite Sprache anzulegen, können wir auch diese Felder deutsch machen.
- Canvas-Seiten: Seiten aus dem Page-Builder Canvas bestehen aus Komponenten (Überschrift, Karte, Zitat …). Das Modul geht diese Komponenten durch und übersetzt genau die Texte, die man sieht – nicht aber technische Werte wie Farben, Symbolnamen oder Links.
- Formulare: Kontaktformulare speichern alle Felder in einem einzigen technischen Textblock. Das Modul übersetzt darin Feldnamen, Platzhalter, Auswahlmöglichkeiten und Buttons einzeln – die internen Schlüssel, unter denen später die Einsendungen gespeichert werden, bleiben unberührt.
- Seitenadressen: Werden Titel übersetzt, entstehen deutsche Adressen
(
/wohnenstatt/housing). Damit Links, die in der Vorlage fest auf die englische Adresse zeigen, weiter funktionieren, legt das Modul automatisch eine Weiterleitung an. - Einstellungen, die eine Vorlage selbst ändert: Manche Vorlagen passen Einstellungen anderer Rezepte an, etwa Educare, das das Suchfeld in „Search the site“ umbenennt. Drupals Übersetzungssystem kennt nur die ursprünglichen Einstellungen, deshalb schreibt das Modul den deutschen Text direkt hinein, aus der zweiten Liste („content-only“). Dasselbe gilt für Texte, die eine Ansicht an einen Baustein des Themes weitergibt, etwa „Where We Work“ bei Horizon Aid, und für Einstellungen, die eine Vorlage anstelle der eines Moduls mitbringt, etwa die Teilen-Links von Provus EDU („Print this“).
- Bilder im Text: Ein in einen Text eingebettetes Bild kann einen eigenen Alternativtext tragen. Das Modul übersetzt ihn zusammen mit dem Text.
- Alternativtexte, die wie Code aussehen: Einzelne kleingeschriebene Wörter sind meist technische Werte (Icon-Namen) und bleiben unverändert. Alternativtexte von Bildern sind die Ausnahme: Provus EDU nennt seine Bilder „contact“ oder „news“, und die werden übersetzt; nur Dateinamen nicht.
- Bausteine für Listen: Canvas nimmt die Standardbezeichnung eines Blocks, der eine Ansicht zeigt, in den Fingerabdruck auf – und diese Bezeichnung folgt der Sprache der Website. Damit eine auf Englisch exportierte Seite ihren Block trotzdem findet, verweist das Modul sie beim Import auf die aktuelle Version des Blocks.
Die „versiegelten Filmrollen“ (Canvas-Versionen)¶
Hier wird es etwas knifflig. Canvas merkt sich für jede Komponente eine Art Fingerabdruck ihrer Grundeinstellungen – dazu gehören auch Beispieltexte. Jede Seite speichert, zu welchem Fingerabdruck ihre Komponenten passen. Würde man nun einen dieser Beispieltexte übersetzen (zum Beispiel „Webform“), ändert sich der Fingerabdruck – und die Seite findet ihre Komponente nicht mehr. Die Folge: eine Fehlerseite statt der Startseite.
Unser Modul erkennt deshalb alle Texte, die in solchen „versiegelten“ Einstellungen stecken, und lässt sie im allgemeinen Übersetzungssystem von Drupal bewusst in Ruhe. Wo derselbe Text aber als sichtbarer Inhalt auf einer Seite steht, übersetzt es ihn gezielt aus der zweiten Liste („content-only“) – an der versiegelten Stelle vorbei.
Was nicht übersetzt werden darf¶
Nicht alles, was nach Text aussieht, ist Text. Symbolnamen („arrow-right“), Dateinamen, Adressen, CSS-Klassen, Datenformate oder Suchbedingungen würden kaputtgehen, wenn man sie übersetzt. Das Modul erkennt solche technischen Werte mit einer Reihe von Regeln und lässt sie unverändert.
4. Die Prüfung (vor der „Premiere“)¶
Zum Modul gehört ein Prüfwerkzeug. Nach einer Testinstallation
- listet es alle Texte einer Vorlage auf und meldet, welche noch keine deutsche Übersetzung haben, und
- ruft die fertigen Seiten auf – Startseite, Menüpunkte, alle Artikel – und sucht nach Texten, die noch englisch aussehen.
Erst wenn beides „0“ meldet, gilt eine Vorlage als fertig. Diese Prüfung hat uns immer wieder auf Fehler gestoßen, die man mit bloßem Auge leicht übersieht.
Welche Fehler wir gefunden haben – und wie sie gelöst wurden¶
Beim Übersetzen der Vorlagen sind wir auf eine ganze Reihe von Fehlern gestoßen – in Drupal CMS, in Canvas, in den Vorlagen und Themes und auch in unseren eigenen Werkzeugen. Die folgende Tabelle fasst sie zusammen. Für jeden Fehler, der nicht bei uns liegt, gibt es einen englischen Fehlerbericht zum Einreichen bei drupal.org; die letzte Spalte verlinkt ihn. Alle Berichte, auch die ohne eigene Zeile hier, stehen unter Fehlerberichte.
Die Spalte Projekt zeigt, wo die Lösung steckt: im Modul (Default Content Locale Extended, für alle Sprachen) oder im Installer (Drupal CMS German Installer, nur bei deutschen Installationen). Warum das so aufgeteilt ist, steht unter Synchronfassung und Kino.
| Wo | Was passierte | Wie wir es gelöst haben | Projekt | Meldung an drupal.org |
|---|---|---|---|---|
| Drupal Core bis 11.4.7 | Die Installation brach schon auf der ersten Seite ab, weil eine neue Version der Vorlagen-Engine Twig nicht zu Drupal passt. | Der Installer begrenzt Twig bei älterem Core auf eine passende Version. Ab Drupal Core 11.4.8 behoben. | Installer | #01 |
| Drupal Core (Locale) | Übersetzungen mit unterstrichenem Text (<u>) wurden beim Import stillschweigend verworfen. |
Solche Texte übersetzen wir über die „content-only“-Liste. | Modul | #25 |
| Canvas | Übersetzte Beispieltexte veränderten den „Fingerabdruck“ von Komponenten – Seiten zeigten Fehler. | Versiegelte Texte werden erkannt und gezielt am Übersetzungssystem vorbei übersetzt. | Modul | #02 |
| Canvas | Formatierter Text und Zitate in Komponenten waren nicht als übersetzbar markiert (Provus-Testimonials, Morphos-Karten). | Das Modul erkennt solche Texte selbst. | Modul | #04, #05 |
| Canvas + Archimedes, Healthcare, Pulse, CareSphere, Convene | Diese fünf Vorlagen ließen sich gar nicht installieren – auch nicht auf Englisch –, weil sie Komponenten in einem älteren Format speichern, das eine Canvas-Prüfung nicht verkraftet. | Der Installer korrigiert die betroffene Stelle in Canvas; das Modul liest das alte Format ebenfalls. Alle fünf installieren jetzt. | Modul + Installer | #03 |
| Drupal-CMS-Installer | Summit wurde auf Deutsch in der Sprache „undefiniert“ eingerichtet; jede Seite brach ab. | Der Installer ignoriert „sprachlose“ Inhalte bei der Spracherkennung. | Installer | #06 |
| Drupal-CMS-Installer | Eingefügte Installationsschritte wurden verworfen, weil sie gleich aussahen. | Jeder Schritt trägt jetzt eine eindeutige Kennung. | Installer | #28 |
| Drupal-CMS-Installer + Dashi | Dashi liefert seine Inhalte auf Englisch und Spanisch. Eine deutsche Installation lief auf Englisch, deutsche Inhalte fehlten; der Import machte sogar Spanisch zur Originalsprache. | Der Installer akzeptiert Deutsch als Sprache der Vorlage, wenn dieses Modul sie übersetzt; das Modul legt Deutsch als Originalsprache an und behält Englisch und Spanisch, mit deutschen Seitenadressen. | Modul + Installer | #42 |
| Dashi (Theme) | „Featured recipe“, „View recipe“, „Recipe“ und „Directions“ bleiben englisch: Das Theme verwendet dieselben Wörter, mit denen Canvas seine Komponenten beschreibt, und die dürfen nicht übersetzt werden. | Nur gemeldet. | – | #43 |
| Hourglass (Theme von Hourglass Corporate) | Rund 40 Oberflächentexte – „Published“, „Share“, „Read More“, die Suche, Screenreader-Beschriftungen – stehen fest auf Englisch im Template. | Der Installer macht sie übersetzbar, das Modul liefert die deutschen Texte. | Modul + Installer | #44 |
| Hourglass Corporate | Eine falsche FAQ-Antwort, bei 255 Zeichen abgeschnittene Texte, Tippfehler und ein Satz, der von einem anderen Unternehmen stammt. | Gemeldet; Tippfehler und abgeschnittene Sätze in der Übersetzung korrigiert. | Modul | #45 |
| Goodwell (Theme) | Rund 20 Oberflächentexte – der Beitragsrechner samt dem per JavaScript angehängten „ / month“, der Slider mit Kundenstimmen, Screenreader-Beschriftungen – stehen fest auf Englisch im Theme. | Der Installer macht sie übersetzbar, das Modul liefert die deutschen Texte. | Modul + Installer | #46 |
| Goodwell | Eine falsche FAQ-Antwort, Text eines anderen Unternehmens, Tippfehler, gemischte Währungen und drei Bilder, die in der Vorlage fehlen. | Gemeldet; Tippfehler nicht in die Übersetzung übernommen. | Modul | #47 |
| Varbase Starter | Links auf Seiten, die es nicht gibt, Blog-Zusammenfassungen ohne Leerzeichen nach der Überschrift, ein Beitrag, der mitten im Satz endet. | Gemeldet; Zusammenfassungen und abgeschnittener Satz in der Übersetzung korrigiert. | Modul | #48 |
| Varbase (varbase_performance_base) | Stellt das Bild-Toolkit auch ohne installiertes ImageMagick darauf um; jede Bildoperation schreibt dann einen Fehler ins Protokoll. | Nur gemeldet. | – | #49 |
| Vartheme BS5 (Theme der Varbase-Vorlagen und seine Kopie in The Rightup) | „By“, die Slider-Schaltflächen „Previous“/„Next“ und zwei Navigations-Labels stehen fest auf Englisch. | Der Installer macht sie übersetzbar, das Modul liefert den fehlenden deutschen Text. | Modul + Installer | #50 |
| The Rightup | Aus Varbase Starter kopierter Text (Sicherheitsmodule, eine FAQ zur Einrichtung), dieselben Füllsätze in den meisten Artikeln – manche zu einem anderen Thema –, drei Schreibweisen des Namens und eine Rezeptbeschreibung einer anderen Vorlage. | Gemeldet; so übersetzt, wie es ist. | Modul | #51 |
| Educare | Von MIT und Stanford kopierte Absätze, ein Nachrichtenartikel über Handynutzung auf einer Seite zu einem anderen Thema, Platzhalter und Tippfehler. Außerdem benennt die Vorlage das Suchfeld per Konfigurationsaktion um, die Drupals Übersetzungssystem nie sieht. | Gemeldet; kopierte Texte bleiben unübersetzt. Das Modul übersetzt Werte aus Konfigurationsaktionen. | Modul | #52 |
| Horizon Aid | Alle vier FAQ-Fragen zeigen dieselbe Antwort; die 26 Berichte wiederholen dieselben Absätze. | Gemeldet; so übersetzt, wie es ist. | Modul | #53 |
| Drupal Canvas + Horizon Aid | Auf einer deutschen Website bekommt der Ansichtsblock der Startseite eine neue Version, weil seine Standardbezeichnung der Sprache der Website folgt. Der Import brach ab, die Startseite lieferte 404. Über den Web-Installer legte dasselbe den Kopfbereich von Dashi lahm (500 auf jeder Seite) und brach die Installation von Varbase und The Rightup ab. | Verweise auf Block-Bausteine werden beim Inhaltsimport, vor Konfigurationsaktionen und nach jedem Rezept auf die aktuelle Version gesetzt. | Modul | #54 |
| Convivial Gov | Die Vorlage stellte die Website während des Imports auf Englisch um – alle Inhalte landeten in einer Sprache, die es danach nicht mehr gab. | Der Installer setzt vor dem Import Deutsch wieder als Sprache. | Installer | #15 |
| Haven, Byte und weitere | Seitenadressen waren fest als Englisch markiert – die Startseite lieferte „Seite nicht gefunden“. | Das Modul stellt die Sprache der Adressen schon beim Import auf Deutsch. | Modul | #16 |
| Gemeindeverwaltung (Local Council, + Klaro-Cookie-Banner) | Links im Text zeigten auf englische Adressen, die nach der Übersetzung nicht mehr existierten. Ein Link war schon im Original falsch. | Automatische Weiterleitungen von den alten Adressen; der falsche Link wurde in der Übersetzung korrigiert. | Modul | #17 |
| Forma | Die kompletten Artikel- und Projekttexte blieben englisch, weil die Felder als „nicht übersetzbar“ markiert sind. | Das Modul ersetzt die Texte direkt. | Modul | #18 |
| Summit | Der Button „All the details“ blieb englisch, weil ein Inhalt ohne Sprachangabe exportiert wurde. | Inhalte ohne Sprache werden wie sprachneutrale behandelt und direkt übersetzt. | Modul | #10 |
| Summit (Smart Menu Links) | Menüpunkte wie „News“ ließen sich nicht übersetzen. | Das Modul macht diese Texte übersetzbar. | Modul | #08 |
| Summit (Event Horizon) | Texte des Designs (z. B. „Thank you to … sponsor“) hatten keine deutsche Übersetzung. | Eigene Übersetzungsdatei für das Theme. | Modul | – |
| Archimedes (Eureka) | Der Hinweis „Emergency contact“ in der Kopfzeile ließ sich nicht übersetzen. | Das Modul macht den Text übersetzbar und schreibt die Übersetzung direkt in die Einstellung. | Modul | #12 |
| Alle Vorlagen mit Formularen | Feldnamen, Platzhalter und Buttons der Formulare blieben englisch. | Neuer Formular-Übersetzer im Modul. | Modul | #11 |
| Mercury, Haven, Byte, Everbright, Forma | „Follow us on …“ bei Social-Media-Links war nicht übersetzbar und für Screenreader unvollständig. | Der Installer korrigiert die Vorlage des Themes. | Installer | #22, #23, #21 |
| Mercury-Themes | Der Hinweis „Your browser does not support the video tag“ war nicht übersetzbar. | Der Installer korrigiert die Vorlage des Themes. | Installer | #24 |
| Mercury Demo | Die Fehlerseite „Seite nicht gefunden“ zeigte eine falsche Seite (fest eingetragene Nummer). | Nur gemeldet – tritt auch auf Englisch auf. | – | #14 |
| Convene | Die Fußzeile „Crafted together with the community.“ blieb englisch: Das Theme ignoriert die Eingaben seiner Copyright-Komponente und schreibt den Satz fest ins Template. | Der Installer macht den Satz übersetzbar. | Installer | #35 |
| Provus Edu | Die Vorlage heißt im Installer „Drush Site-Install“ und hat keine Beschreibung – ein Überbleibsel im Rezept. | Der Installer zeigt den richtigen Namen und eine deutsche Beschreibung an. | Installer | #36 |
| Drupal-CMS-Installer | Die Auswahlseite der Vorlagen duzte in der Überschrift und zeigte die neuen Beschreibungen einiger Vorlagen auf Englisch. | Der Installer siezt einheitlich und übersetzt alle Beschreibungen. | Installer | – |
| Default Content Locale (Original) | Übersetzte Taxonomie-Begriffe brachen den Import ab; Inhalte erschienen doppelt. | Im Fork behoben. | Modul | #27 |
| Provus Edu, Pulse, Everbright, Forma, Convivial Gov, Summit | Tippfehler, kaputte Sonderzeichen, Platzhalter als Bildbeschreibungen, Links ins Leere. | Gemeldet; in den Übersetzungen, wo möglich, stillschweigend korrigiert. | Modul | #09, #19, #20, #30, #31, #32, #33, #34 |
| Unser eigenes Prüfwerkzeug | Es besuchte anfangs weder Artikel- noch Formularseiten – dadurch fielen die Forma-Texte und die Formulare lange nicht auf. | Die Prüfung ruft jetzt alle Inhaltsseiten auf; Formulartexte werden eigens erfasst. | – | – |
Wie geht es weiter?¶
- Die Fehlerberichte werden bei den jeweiligen Projekten auf drupal.org eingereicht. Sobald ein Fehler dort behoben ist, kann unser Workaround entfallen.
- Default Content Locale Extended ist inzwischen ein eigenes Projekt auf drupal.org (dcle), der Drupal CMS German Installer ebenfalls (dcgi). Das Verfahren des Moduls funktioniert für jede Sprache: Die französische Übersetzung von Haven ist bereits dabei.
- Wer eine Vorlage in eine weitere Sprache übersetzen möchte, braucht dafür nur die zwei Übersetzungsdateien pro Vorlage – das Prüfwerkzeug zeigt genau an, welche Texte noch fehlen. Die Anleitung für Übersetzerinnen und Übersetzer erklärt jeden Schritt, die Anleitung für Entwicklerinnen und Entwickler zeigt, wie Vorlagen gut übersetzbar werden.
- Warum das alles noch nicht in Drupal CMS eingebaut ist, steht unter Warum gibt es das nicht längst?
Quellen¶
- Matthias Schwarzer: Warum Deutschland Filme synchronisiert (und andere Länder nicht), YouTube, mit einem Interview mit Gerrit Schmidt-Foß
- Goethe-Institut: Wie Deutschland zur Synchronnation wurde (Archivkopie vom 12. März 2023; die Originalseite ist nicht mehr online)
- Wikipedia: Synchronisation (Film)
- Europäische Kommission: Eurobarometer „Europeans and their languages“, Februar 2006
- CSA Research: Consumers Prefer their Own Language und Survey of 8,709 Consumers in 29 Countries